Die Mittelweg-Idee

Der Hamburger Mittelweg besitzt Profil, Charme und viel Charakter: Die Zahl seiner prominenten und renommierten Anrainer ist beeindruckend groß. Auch wenn der Zahn der Zeit mancherorts nagt: Der Mittelweg gehört zum engen Zirkel der „Grandes Dames” der Hamburger Straßen. Dabei ist ihr Name recht pragmatisch aus räumlichen Bezügen entstanden, führt die Straße doch mitten durch die Ortsteile Rotherbaum und Harvestehude. Doch Mittelweg lässt noch eine andere, eine poetische und spirituelle Deutung zu: Mittelweg – ist das nicht der Königsweg, sowohl im Märchen als auch im Leben?

Die Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg e.V. besitzt und betreibt seit Gründung 1978 das Haus Nr. 147, kann somit aus der „Mitte des mittleren Weges” heraus ihre Wirksamkeit entfalten, die weit über das unmittelbare Umfeld hinaus nach ganz Hamburg und bis in die gesamte norddeutsche Region hinaus ausstrahlt.

Für die Treuhandstelle Hamburg (GTS) ist dieser Gedanke beflügelnd. Anknüpfend an seine Tradition und seine aktuelle inhaltliche Arbeit bereitet die GTS für eine Umsetzung ab dem Jahr 2010 einen neuen Tätigkeitsschwerpunkt vor: das Mittelweg-Projekt. Ein neuer Weg, vielleicht sogar der Königsweg, für einen lebendigen Stadtteil. Ein neuer Weg für nachbarschaftliche, interkulturelle und interdisziplinäre Kooperation und Kommunikation. Eine Idee für Nachbarn mit Interesse an Entwicklung und Veränderung. Die Treuhandstelle sieht ihre Aufgabe darin, die Idee mit Leben zu füllen, die Logistik zu erarbeiten, Partner zusammenzuführen, Inhalte und Erkenntnisse öffentlich zu machen.

Diese Idee besteht aus drei gleichwertigen und in Korrespondenz stehenden Segmenten.

Die Mittelweg-Gespräche
Die Mittelweg-Gespräche bieten allen Interessierten, Geschäftsleuten und Privatmenschen eine Plattform zum Austausch über bedeutsame Themen. Die Gespräche beginnen mit einem Input, vertiefen ein Thema durch Gespräch und setzen es in Verbindung mit anderen Entwicklungen im Umfeld um. Die Veranstaltungen vermitteln den Teilnehmenden vor allem Orientierung und sind auf eine Erprobung und Umsetzung neuer Ideen ausgerichtet. Die Gespräche finden dreimal im Jahr (Januar, Juni, November) in der Umgebung des Hamburger Mittelweges in Betrieben und Einrichtungen in den Stadtteilen Rotherbaum und Harvestehude statt. Die GTS knüpft mit dieser Reihe an die Tradition des „Berliner Gesprächskreises” an. Aus dem Wirken dieses Kreises gingen vor 30 Jahren Gründungen und Initiativen hervor, die der bundesrepublikanischen Gesellschaft wertvolle Impulse bescherten.

Der Mittelweg-Club
Die Aktivitäten im Mittelweg-Club nehmen Themen und Impulse aus den Gesprächen auf und gehen einen Schritt weiter: Im Mittelweg-Club begegnen sich Menschen, die Ideen vertiefen und etwas ausprobieren wollen. Dies kann sowohl im beruflich-professionellen Rahmen begründet sein als auch rein privater Motivation entspringen. Der Club ist Ort der Imagination, der Inspiration und Vision, eine Art „Gar-Küche” für innovative Impulse, die vielleicht schon in den Mittelweg- Gesprächen entstanden sind. Beispiele: Eine Anwaltskanzlei entwickelt zusammen mit einer künstlerischen Einrichtung eine Initiative für die kreative Gestaltung von Mitarbeiter-Pausen. Ein Hotel erhält von Experten Antworten auf die Frage, wie eine eigene Haus-Limonade kreiert werden kann. Das Hotel entwickelt zusammen mit Privatpersonen Ideen für Schulungen für guten Stil und Dienstleitung.

Das Mittelweg-Forum
Im Forum bieten gemeinnützige Einrichtungen und Firmen den Club-Mitgliedern einen Platz zum Umsetzen ihrer Visionen. Mitglied im Mittelweg-Forum kann z.B. sein: eine Schule, eine Landbauforschungsgemeinschaft, ein Träger von Wohnprojekten, ein Zirkus, ein Handwerkerhof, eine Musikakademie. Die Gesamtheit der Mitglieder des Mittelweg-Forums bieten zu einer Vielzahl von Themen derartige „Forschungs- und Entwicklungsplätze”. Neben diesem Platz unterstützt die Organisation das Vorhaben durch personelle Ressourcen, Infrastruktur und Erfahrungswissen – je nach Projektzuschnitt. Vor Beginn eines Projektes erfolgt eine Vereinbarung zwischen dem Interessenträger und der gemeinnützigen Organisation über den Rahmen der Erprobung und Entwicklung. Beitreten kann zur Assoziation des Mittelweg-Forums jede gemeinnützig anerkannte Initiative in der Region Hamburg-Norddeutschland, die sich der Zielstellung eines auf gesellschaftliche Wertbildung ausgerichteten Kulturimpulses verpflichtet fühlt. Angestrebt ist die Bildung einer Dachmarke für innovative betriebliche und soziale Ideen. Mitglieder des Clubs und des Forums begegnen sich im Rahmen der Mittelweg-Gespräche.

Organisationen und Unternehmen begehen gemeinsam einen mittleren Weg, einen Königsweg, verbinden Frage, Idee und Unteresse mit Ressourcen und Erfahrung. Alle Beteiligten gewinnen neue Erkenntnisse und einen hochwertigen Entwicklungs-Ertrag.

 

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