Bildung

Musikfreizeit für Streicher

In einem alten Bauernhaus in der Nähe von Plön, umgeben von Wiesen und Feldern und einem See mit Badesteg und Kanus, findet seit 2010 eine Musikfreizeit für junge Streicher statt. Im großen ehemaligen Heuboden kann Orchester gespielt und gesungen werden; dort findet auch das Abschlusskonzert für die Eltern statt.

Täglich gibt es zwei Orchesterproben und zwei Kammermusikproben. Jedes Kind spielt sowohl im großen Orchester als auch in einer Kammermusikgruppe.  Außerdem singt die Gruppe zweimal täglich Kanons und mehrstimmige Lieder. Dazwischen bleibt für die Kinder Freizeit zum Spielen, Baden und Bootfahren, aber auch zum Üben. 

Die Streicherfreizeit ist ein Angebot in den Sommerferien für 43 Schüler von der 4. bis zur 9. Klasse. Träger der Schülerfreizeit ist der Verein MenschMusik e.V..

Weitere Informationen finden sich unter www.menschmusik.de.

Waldorf 100 Hamburg – Learn to change the world

Ein Jubiläumsfest mit einer Fülle Darbietungen und herzlichen Begegnungen hat am Freitag, den 13. September 2019 Waldorfbegeisterte aus ganz Norddeutschland nach Hamburg gelockt. In der Laeiszhalle und auf der Rollschuhbahn in Planten un Blomen wurden 100 Jahre Waldorfpädagogik gefeiert. Fünf Aufführungen mit zahlreichen Beiträgen aller zwölf Hamburger Waldorfschulen – also auch der heilpädagogischen Schulen – das bunte Fest voller zukunftsfähiger Impulse auf der Rollschuhbahn, ein Konzert und der Festakt am Abend in der Laiszhalle boten ein lebendiges Rahmenprogramm.

Mathias Mainholz begrüßte bei einer der fünf Monatsfeiern die Zuschauer*innen mit den Worten „Willkommen Waldorf 100!“ und ging darauf ein, dass um kurz nach 8 Uhr jeden Morgen alle Waldorfschüler*innen in Hamburg und weltweit den Morgenspruch sprechen. Aufgrund der Zeitverschiebung geht er also wie das Vogelgezwitscher täglich einmal um die Welt – das verbindet und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl.

Die Darbietungen boten von Eurythmie über Volkstanz, Akrobatik, geistreichen Wortbeiträgen kombiniert mit Kostümen und Bewegung bis hin zu Musik und Chorgesang eine breite Vielfalt.

Aud dem Waldorf-Festplatz auf der Rollschuhbahn konnten die Schüler schmieden, mit Leder arbeiten, schnitzen, filzen, an einem großen, von Stockmar gesponserten Stand kneten und malen. Sie konnten für die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten tätig werden, indem sie lernten, eigenes Waschpulver, Wachstücher als Ersatz für Alufolie und Limonade herzustellen. Die etwas Größeren waren unter anderem beim Basketballspiel mit den St. Pauli Bats anzutreffen, bei der allseits beliebten Fotobox oder auf der Open Stage. Denn bei schönstem Sonnenschein spielten dort verschiedene Schülerbands und Singer-Songwriter und bei einem Eis oder kühlen Getränk konnten die Gäste u.a. einer Version von Radioheads’ Lied „Creep“ lauschen.

Im Kleinen Saal war neben anderen Gruppen die Theater AG der Rudolf Steiner Schule Bergstedt zu erleben, der Chor aus der Harburger Schule, das Krawehl Quartett, das Regine Sievert-Wolff Tanztheater, Eurythmie aus Harburg, Akrobatik aus Bergstedt und das Kabarett „Der lachende Anthroposoph. Am Abend gab es ein besonderes Konzert zu hören, bei dem Markus Stockhausen die „Miniatur einer Seelenreise“  und „Hamdelaneh – aus einem Herzen“ darbot, während Stephan Schad mit Henning Kiehn „Der Kontrabass“ zum Besten gab.

Die Entertainerin und Soul-Diva Love Newkirk führte das Publikum durch den Abend, den das Oberstufenorchester der Rudolf Steiner Schule Wandsbek unter der Leitung von Sonja Zimowski mit einer Ouvertüre eröffnete. Der Staatsrat der Behörde für Schule und Berufsbildung, Rainer Schulz, richtete seine Glückwünsche an die Waldorfschulen und sprach ihnen große Anerkennung für ihr pädagogisches Konzept aus. Danach begeisterte das Oberstufenorchester Wandsbek erneut, dieses Mal unter der Leitung von Kolja Zimowski. Es spielte das Gewinnerstück des internationalen Waldorf 100-Kompositionswettbewerbs, „Procession – Contraction – Metamorphosis“ von Haihui Zhang, Studentin der Manhattan School of Music.

Weitere Informationen finden sich unter www.waldorf-100.org.

Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie

Kinderrechte- und Demokratieschulen machen sich auf den Weg, die besonderen „Menschenrechte für Kinder“ ganzheitlich umzusetzen: als Werte- und Gestaltungsrahmen für das Lernen und Leben an der Schule. Kinder und Jugendliche lernen ihre Rechte kennen und sie aktiv auszuüben –  im Unterricht, in Projekten, im gesamten Schulleben und durch geeignete Partizipationsstrukturen. Alle an Schule Beteiligten entwickeln eine menschengerechte Kultur des Miteinanders in pädagogischen Beziehungen und der Kinder untereinander für eine Schule, die ein gutes Leben heute und in Zukunft fördert.

In Hessen arbeiten derzeit rund dreißig Grund- und weiterführende Schulen im Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte und Demokratie zusammen, das Makista 2010 ins Leben gerufen hat. Das Kultusministerium hat die Schirmherrschaft für das Programm übernommen. Es wurde u. a. von Prof. Dr. Lothar Krappmann begleitet und von der Universität des Saarlandes und dem Institut für Qualitätsentwicklung in Hessen evaluiert. Die Kinderrechte wurden 2011 in den Hessischen Referenzrahmen für Schulqualität aufgenommen. Außerdem gibt die Kinder- und Jugendrechtecharta Hessen (2018) Orientierung und Empfehlungen zur Umsetzung der Kinderrechte.

Ein erfahrenes Team unterstützt die Schulen durch individuelle Entwicklungsgespräche, Studientage für das Kollegium, regelmäßige Beratung, Fortbildungen und Praxismaterialien. Die beteiligten Schulen tauschen sich in drei regionalen Kinderrechte-Prozessentwicklungsgruppen (PEG) unter gemeinsamer Leitung von Makista und dem Projekt des Hessischen Kultusministeriums „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) aus.

Das Netzwerk steht unter Schirmherrschaft des Kultusministers. Kooperationspartner und Förderer sind das Landesprogramm „Hessen aktiv – für Demokratie und Extremismus“, die Zukunftsstiftung Bildung, Unicef Deutschland, das Deutsche Kinderhilfswerk, die Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg, die Linsenhoff-Stiftung und das Programm des Hessischen Kultusministeriums „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD).

Weitere Informationen finden sich unter www.makista.de/projekte/modellschul-netzwerk-fuer-kinderrechte-hessen/.

Bildungsfahrt in Kamerun

Im Oktober 2019 hatten zehn junge Kameruner und zehn deutsche Lehrkräfte die Gelegenheit, in der Stadt Bafoussam im Westen Kameruns gemeinsame Schulprojekte zu planen, durchzuführen und abschließend zu reflektieren. Der Schwerpunkt der Begegnung waren „koloniale Spuren des Kakao- und Kaffeeanbaus" – einerseits hinsichtlich der kolonialen Geschichtsaufarbeitung, andererseits um daraus gemeinsame Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Weiterer Schwerpunkt war der Faire Handel. Während der zweiwöchigen Begegnung lebten die Teilnehmenden gemeinsam mit Mönchen in einem Kloster.

Die Idee von NetzWIRkung e.V. ist es, Bildungsprojekte zwischen Nord und Süd zu initiieren und in diesem Rahmen Austauschbegegnungen zwischen Schüler*innen und Pädagog*innen aus Süd und Nord zu fördern. Zweck des Vereins ist die Förderung von Erziehung und Bildung, die Förderung von gegenseitiger Toleranz und von Völkerverständigung sowie die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Nord und Süd im Rahmen von schulischer und beruflicher Bildung. Der Verein NetzWIRkung e.V. ist politisch und ideologisch ungebunden. NetzWIRkung e.V. hat sich im September 2013 gegründet und besteht aus sieben ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern sowie aus mittlerweile rund 100 Vereinsmitgliedern. Es gibt im Verein keine hauptamtlichen Mitarbeiter*innen.

Der Verein Educational Network Cameroon (EduNeC)wurde im August 2014 von kamerunischen Deutschlehrer*innen und Multiplikator*innen gegründet und versteht sich als ein Bildungsnetzwerk. Dieses Netzwerk fördert die Zusammenarbeit im Rahmen (außer-) schulischer und beruflicher Bildung, die Professionalisierung kamerunischer Deutschlehrer*innen durch Erfahrungsaustausch, regelmäßige Fortbildungen sowie durch eine internationale Vernetzung von Akteuren des Bildungsbereichs. EduNec initiiert und begleitet Austauschbegegnungen zwischen Kamerun und Deutschland, um gemeinsames globales Lernen zu ermöglichen.

Weitere Informationen finden sich unter netzwirkung.com.

Weitere Projekte finden Sie in den Jahresberichten der GTS.

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