Medizin & Therapie

Traumapädagogik: mit Musik „stützen, schützen und stabilisieren“

Traumapädagogik mit Musik

Es besteht ein wachsender Bedarf an qualifizierten Musikern und Pädagogen, die in der Lage sind, Folgen traumatischer Erfahrung zu erkennen und sachgemäß damit umzugehen. Traumapädagogik ist als Grundlage einer zeitgemäßen Alltagspädagogik immer mehr gefragt. Es geht einerseits um die Qualifikation von Musikpädagogen für weltweite Notfalleinsätze in Krisengebieten und andererseits um Ergänzung der regulären Musikpädagogik-Studiengänge durch Grundlagen der Traumapädagogik. Denn auch in unserem Kulturkreis finden wir traumatisierte Menschen, viele Kinder zeigen Symptome eines Traumas durch Scheidung der Eltern, Unterversorgung oder Überbehütung, Mobbing oder durch schwere Erlebnisse.

Mit Musik ergeben sich intensiv wirksame Möglichkeiten, um aus der mit einer Traumatisierung verbundenen Erstarrung herauszuführen und die Seele wieder berührbar zu machen. Äußere und innere Bewegung, jede Form der Eigentätigkeit, Kreativität und Improvisation und die elementare Erfahrung von Rhythmus ermöglichen eine neue Verbindung der Seele mit dem Leib. Es kann ein neuer Zugang zu der Kraft-Quelle, sich als Werdender in Entwicklung zu erleben, entstehen. Musik vermag zu harmonisieren, trösten, heilen und Lebensfreude zu wecken. Für den traumatisierten Menschen entsteht wieder ein „sicherer Ort“ – in sich und in der Gemeinschaft.

Weitere Informationen finden sich unter www.menschmusik.de.

Psychosoziale Unterstützung für Geflüchtete aus Bremerhaven mit REFUGIO Bremen

REFUGIO Bremen ist ein psychosoziales und therapeutisches Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folterüberlebende. Das Zentrum bietet psychosoziale Beratung und psychotherapeutische Behandlung. Hier wird aktuell das Projekt „Psychosoziale Unterstützung für Geflüchtete aus Bremerhaven“ durchgeführt.

Eine Studie, durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben, zeigt dass mindestens 40% der Asylsuchenden in Deutschland an einer traumabedingten psychischen Erkrankung leiden. Bei Kindern und Jugendlichen ist jede/r Zweite betroffen. Durch fehlende Diagnose aber auch durch individuelle Vermeidung, also dem Nicht-Erwähnen von traumatischen Erfahrungen als Kernsymptom traumatischer Erkrankungen, können weder spezifische therapeutische Behandlungsangebote noch therapievorbereitende oder –vermeidende Hilfen zugänglich gemacht werden. Dadurch können wichtige Aspekte der Prävention oder Rehabilitation in diesen vielen Fällen gar nicht erst greifen oder ihre Wirkung entfalten.

Das Projekt hilft, den Mangel an notwendiger spezialisierter und erst- oder mehrsprachiger therapeutischer Behandlung für Überlebende von Folter, Krieg und Verfolgung aus Bremerhaven zu beheben. Traumabedingt erkrankte Menschen aus Bremerhaven erhalten in durch dieses Projekt eine direkte und kostenfreie Behandlung. Außerdem werden die Fachkräfte durch eine Assistenz bei den administrativen Aufgaben entlastet und die therapeutische Arbeit durch ein geringes sozialversicherungspflichtiges Stundenkontingent erweitert.

Das Projekt schafft eine Sensibilisierung für die Bedarfe spezialisierter Behandlungen traumabedingt erkrankter Menschen geschaffen. Das ist nötig, denn die materielle und gesundheitliche Situation der Flüchtlingsfamilien ist immer noch geprägt von eingeschränkten Zuwendungen nach dem sogenannten  „Asylbewerberleistungsgesetz“:  Leistungen zur medizinischen Versorgung werden nach § 4 AsylbLG nur bei „akuter“ Krankheit bzw. akutem Behandlungsbedarf und bei „schmerzhafter Krankheit“ erbracht.

Seit 1989 ist REFUGIO in Bremen eine Anlaufstelle für Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Diskriminierung aus den Krisenregionen dieser Welt hierher geflohen sind.

Der Träger des Behandlungszentrums ist der Verein REFUGIO – Psychosoziales Zentrum für ausländische Flüchtlinge e.V. in Bremen. Er ist als gemeinnützig und mildtätig sowie als Träger der Jugendhilfe anerkannt und ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Bremen.

REFUGIO ist bundesweit vernetzt und Mitglied in der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAFF).

Weitere Informationen finden sich unter www.refugio-bremen.de.

Natur erleben in der Gartengruppe

Der Garten hinter dem Haus St. Johannis ist für die Bewohner eine kleine Oase der Erholung. Besonders im Frühling und im Sommer wird der Garten viel genutzt. Alleine der Gang zum Garten bedeutet für viele Bewohner Bewegung und Freude. Sie erfreuen sich am „Draußensein“ in Gemeinschaft, an den Blumen, Kräutern und den selbst gezüchteten Tomaten. Weil der Garten von so vielen genutzt wird, bestand Bedarf an neuen Sitzgelegenheiten. 

Weitere Informationen finden sich unter www.haus-st-johannis.de.

 

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